Josefs Fluch

H. Eildermann:
Josefs Fluch

Ihr raubt der Erde das Licht!
Ihr kämpft um die Herrschaft der Dinge
Über die Menschen. Vampir – gleich
Herrscht, die ihr tot seid,
Über die Lebenden. Ihr
Saugt ihre Lebenskraft aus
Für mehr tote Dinge, für euch.
Ihr habt Auschwitz gebaut.

Vietnam wolltet ihr in die Steinzeit bomben.
200 Jahr nach der Dampfmaschine
Verrecken in eurer Welt Jahr für Jahr
Zehn Millionen Kinder an Armut.
Ihr sperrt die künftigen Darwins und Einsteins
Aus den Schulen aus, schickt die Marx´
Und Heines ins Gas, stehlt den Mozarts die Geige,
ermordet die Virchows mit AIDS.
Täglich kommt eure „Ordnung“
Auf die Verdammten der Erde,
Schlimmer als jeder Tsunami,
Den die Natur fertig bringt.

Wie wenig Opfer dagegen
Mussten wir bringen, das Sterben
An Armut zu enden! Doch jährlich
Begründen die Schwätzer euch neu,
Warum es so sein muss
Wie es bei euch ist.
Lassen wir euch gewähren,
Bleibt eine Wüste für die,
Die nach uns dann kommen.
Ihr verurteilt uns, weil
Wir ein paar tausend Verräter
Und des Verrates Verdächt´ge
Erschossen haben, um euch
Aufzuhalten! Doch ihr
Verurteilt uns nicht einmal selbst.
Niemand wollte euch auch
Auschwitz begründen hören!

Ihr schickt eure Schwätzer vor.
Und die sagen tausende Worte:
Eins gegen euch, (Wer würde
Sonst auf sie hören?) Die andren
Sagen sie nur gegen uns.
Und viele von ihnen glauben
Sogar dem eigenen Geschwätz.

Ich sage euch: Die Menschen
Werden begreifen: Zusammen
Können sie nicht überleben
Mit euch! Denn ihr müsst
So sein vielleicht, wie ihr seid,
Aber sein müsst ihr nicht!
Wir aber helfen den Menschen,
Das zu begreifen, so wie
Wir ihnen damals halfen
Als ich noch lebte bei ihnen.

Schwätzer, besinnt euch beizeiten:
Wär´ es nicht klüger, gemeinsam
Mit den anderen Menschen
Am Leben zu bleiben?

An jener Wand, die da für
Die Feinde der Menschheit bereit steht,
Leuchtet als Menetekel,
Geschmückt von Hammer und Sichel
Der Name der Stadt, die von mir
Kündet als eurem Besieger.

H. Eildermann,
Hamburg